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18. September 2026 · 7 Min Lesezeit · von Marie

Mein erstes Jahr als Feedee, eine ehrliche Weight-Gain-Story

Wie ich vom heimlichen Naschen zum ersten Mal offen gesagt habe, dass ich zunehmen will, und was in zwölf Monaten mit mir passiert ist.

Ich habe lange geglaubt, ich sei die einzige, die abends heimlich vor dem offenen Kühlschrank steht und dabei nicht nur Hunger fühlt, sondern etwas, das viel schwerer in Worte zu fassen ist. Dass mich das Sattsein nicht nur satt macht, sondern ruhig. Dass ich mir insgeheim wünsche, weicher zu werden, runder, mehr. Diese Story ist mein erstes Jahr, in dem ich aufgehört habe, das zu verstecken.

Der Anfang war ein Satz

Es hat mit einem einzigen Satz angefangen, den ich mich ewig nicht getraut habe. „Ich glaube, ich will zunehmen, weil ich es will, nicht weil es passiert." Ich habe ihn zuerst nur in mein Handy getippt, an niemanden. Dann irgendwann an einen Menschen, den ich hier kennengelernt habe. Ich habe die Nachricht dreimal gelöscht, bevor ich sie abgeschickt habe.

Die Antwort war nicht das erwartete Schweigen. Sie war warm. „Erzähl mir mehr." Zwei Wörter, und zum ersten Mal fühlte sich mein Wunsch nicht wie ein Makel an, sondern wie etwas, das jemand schön finden konnte.

Was sich körperlich verändert hat

Ich mag keine reinen Zahlen, aber der Ehrlichkeit halber: In zwölf Monaten sind gut achtzehn Kilo dazugekommen. Für mich waren das aber weniger Kilos als Momente. Die erste Jeans, die nicht mehr zuging, und die Erleichterung statt Panik. Der Bauch, der sich nach einem großen Essen rund und schwer anfühlt und den ich zum ersten Mal nicht eingezogen habe. Das leise Ziehen im Stoff, wenn ich mich hinsetze, das mich heute eher grinsen lässt.

Am Anfang war das Sattsein noch ein bisschen Kampf mit dem Kopf. Nach ein paar Monaten wurde daraus Genuss. Und irgendwann war es einfach ein Teil von mir, so wie meine Stimme oder mein Lachen.

Der Teil, über den keiner spricht

Der schwierigste Teil war nicht das Essen. Es war, mich sehen zu lassen. Fotos, in denen ich runder war. Momente, in denen ich merkte, dass jemand meinen weicheren Körper nicht trotz, sondern wegen genoss. Das umzuprogrammieren, was mir jahrelang eingeredet wurde, hat länger gedauert als jede Gewichtszunahme.

Was geholfen hat: langsam machen. Reden. Und Menschen um mich, die verstehen, was Feederism eigentlich ist. Falls du an dem Punkt stehst, lies ruhig Feederism, gesund erleben. Das hat mir den Druck genommen, alles auf einmal wollen zu müssen.

Was ich heute anders mache

  • Ich rede vorher über Grenzen, nicht erst, wenn etwas zu viel wird.
  • Ich feiere kleine Meilensteine, statt nur auf ein Ziel zu starren.
  • Ich lasse mir Zeit an schlechten Tagen. Pause ist kein Rückschritt.
  • Ich umgebe mich mit Leuten, die mein Tempo respektieren.

Warum ich das aufschreibe

Weil ich mir vor einem Jahr genau so eine Geschichte gewünscht hätte. Eine, die nicht so tut, als wäre alles nur heiß und einfach, aber auch nicht so, als wäre es etwas, wofür man sich schämen muss. Es war das ehrlichste Jahr meines Lebens, und ich würde keinen Bissen davon zurücknehmen.

Wenn du deine eigene Geschichte anfangen willst, oder erst mal nur lesen und schauen: Crave ansehen. Ruhig, moderiert, echte Menschen. Und wenn du wissen willst, wie man den ersten Schritt macht, ohne sich zu verrennen, hier entlang: Feedee werden, erste Schritte.

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